Nicht-Essentielle Aminosäuren

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Nicht-essentielle Aminosäuren vermag der menschliche Organismus selbst herzustellen. Dabei hängt die Syntheserate von der ausreichenden Zufuhr von Makronährstoffen ab. Der Tagesbedarf unterliegt großen individuellen Schwankungen, die u.a. vom Grad der sportlichen Aktivitäten und von Diäten beeinflusst wird. Deshalb sind Mengenangaben nur in Ausnahmefällen möglich.

L-Prolin

Prolin wird innerhalb des Organismus aus L-Glutaminsäure und Ornithin synthetisiert. Wichtige Prolinlieferanten sind Fleisch, Käse, Dinkelmehl und Kaviar. Sie hat als Einzige eine sogenannte zweite Aminogruppe und gilt deshalb als direkt Protein bildende Aminosäure. Prolin ist ein Kollagenbildner, der im Körper zur Bildung von Knochen und Bindegewebe funktioniert. Neben der wachstumsstimulierenden Funktion schützt L-Prolin die im harten Krafttraining strapazierten Gelenke effektiv.

L-Serin

Die nicht-essentielle Aminosäure L-Serin wird über mehrere Teilschritte aus Glycin und Glukose synthetisiert. Serinlieferanten sind Sojabohnen, Erdnüsse und sogenanntes Klebereiweiß aus Getreide (Gluten). Serin ist Bestandteil zahlreicher körperwirksamer Enzyme und spielt eine ausschlaggebende Rolle bei der Biosynthese der Pyrimidine und der Purine. Ein Serin-Mangel kommt durch proteinarme Ernährung zustande und äußert sich in Essstörungen. Bei L-Serin sind für Aminosäuren unübliche Nebenwirkungen festgestellt worden: Überdosierungen können zu Bluthochdruck und/oder Psychosen führen.

L-Ornithin

Der Körper kann die Aminosäure Ornithin selbstständig aus L-Arginin herstellen. Darüber hinaus kann die Aminosäure supplementiert werden. Der Bedarf liegt bei 1,5 bis 6 g pro Tag. Der Bedarf aktiver Kraftsportler liegt deutlich höher. Der tägliche Ornithinbedarf wird durch Fisch, Fleisch, Milch und Eier sowie durch gezielt eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel gedeckt. Sowohl Ornithin als auch Arginin aktivieren die Hormone Noradrenalin, Prolaktin, Glucagon und verschiedene Wachstumshormone. So wird im Körper Fett mobilisiert und zu reiner Energie verbrannt. Ornithin vermag die Ausschüttung von Insulin zu stimulieren und die anabole Wirkung des Insulins zu fördern. L-Ornithin steigert die Muskelkraft, führt zu einer schnelleren und umfassenden Regeneration und forciert die Fettverbrennung.

L-Glydin

Auch die nicht-essentielle Aminosäure L-Glydin ist an der Proteinbildung beteiligt. Gute Glydinlieferanten sind pflanzliche Fette und hochwertige Supplemente. Die Aminosäure wird aus Molke-Eiweiß generiert. Durch sie werden sowohl der Erhalt als auch die Neubildung von Muskelmasse sowie die daraus resultierende Fettverbrennung unterstützt.

L-Alanin

Alanin kann durch den Körper eigenständig synthetisiert werden. Bei Glukosemangel bzw. Energiebedarf wird aus Alanin in verschiedenen Zwischenstufen Zucker synthetisiert. Der Tagesbedarf liegt bei etwa 500 mg. Alle Proteine enthalten die Aminosäure Alanin. Aber besonders hohe Vorkommen sind in Molkeprodukten, in Fleisch und Gelatine sowie in Soja zu verzeichnen. Alanin reguliert den Blutzuckerspiegel und die Bereitstellung von verfügbarer Energie. Darüber hinaus schützt Alanin muskelabbauende, katabole Prozesse, wie sie als Folge strenger Diäten oder harter Trainingseinheiten auftreten können. Kraftsteigerungen werden unterstützt.

L-Asparagin

Asparagin wird innerhalb des menschlichen Organismus von der Leber hergestellt und gehört deshalb nicht in die Gruppe der essentiellen Aminosäuren. Dabei entstehen schwefelhaltige Verbindungen. Die Aminosäure ist wasserlöslich. Sie ist strukturell der Asparaginsäure ähnlich, die mithilfe von Enzymen synthetisiert wird. Hervorragende Asparaginlieferanten sind Spargel, Hülsenfrüchte, Getreide und Kartoffeln. L-Asparagin hilft dem Organismus bei sämtlichen Entgiftungsprozessen, weil es die Funktion der Nieren stimuliert und die Leber bei Alkoholbelastung schützt. Asparagin ist harntreibend und blutreinigend gleichermaßen. Asparagin wirkt allgemein gesundheitsfördernd, beispielsweise bei niedrigem Blutdruck, Lebererkrankungen, Nierenfunktionsstörungen und hat darüber hinaus eine positive Wirkung auf die Funktion des Gehirns. Weil L-Asparagin Müdigkeitserscheinungen entgegen wirkt, unterstützt die Aminosäure Ausdauer, Energie und Durchhaltevermögen im Sport.

L-Aspartat

Nicht-essentielles Aspartat unterstützt in erster Linie die gesunde Funktion des zentralen Nervensystems. Der Tagesbedarf liegt bei etwa 500 mg. Besonders viel Aspartat kommt im Gemüsespargel und in Keimlingen von Hülsenfrüchten vor. Aspartat wirkt innerhalb der gesunden Nervenfunktionen, es fördert die allgemeine und die sportliche Leistungsfähigkeit sowie sämtliche körperliche Erholungsvorgänge.

L-Glutamat

L-Glutamat ist eine Form der Glutaminsäure. Die Glutaminsäure ist ein bedeutender Neurotransmitter innerhalb des zentralen Nervensystems und im menschlichen Gehirn in höchster Konzentration vertreten. Natürliche Glutamatlieferanten sind Parmesan, reife Tomaten, Soja-Soße, Sardellen, getrocknete Erbsen, Lachs, Rindfleisch, ungeschälter Reis und Hefe. L-Glutamat unterstützt die gesunde Funktion des Immunsystems und ist im Bodybuilding eines der meist eingesetzten Supplemente. Bei der gründlichen Entgiftung des Gehirns und aller übrigen körpereigenen Gewebe spielt Glutamat eine hervorragende Rolle.

L-Glutamin

Auch L-Glutamin ist eine Glutaminsäure. Synthetisiert wird sie Leucin, Isoleucin und andern Aminosäuren. Dann wird Glutamin in Alanin synthetisiert und in der Leber als Energielieferant aufgenommen. Sportler sollten etwa 20 g Glutamin täglich aufnehmen. Große Mengen L-Glutamin sind in Casein, Weizenprotein, Molkeprotein sowie in Soja- und Maisprotein enthalten. Zusätzlich ist Glutamin ein guter Stickstofflieferant. Es stimuliert die Ausschüttung von Wachstumshormonen und stabilisiert das körpereigene Säure-Basen-Gleichgewicht. So fördert Glutamin die Funktion des Immunsystems, die geistige Agilität sowie das Zellwachstum. Der Aufbau und der Schutz von mehr Muskelmasse und die Bereitstellung von großer Energie werden unterstützt.

L-Glycin

Glycin ist ein immanenter Bestandteil aller Proteine im menschlichen Organismus. Der Tagesbedarf liegt bei ca. 1 g. Die Aminosäure wird von Lachs, Huhn, Eiern, Walnüssen, Kürbiskerne, Sojabohnen und Reis zur Verfügung gestellt. Glycin unterstützt sämtliche Stoffwechselvorgänge, die Sauerstoffversorgung und die reguläre Funktion des Immunsystems. Zusätzlich werden die sportliche Leistungsfähigkeit und der Muskelaufbau forciert, weil Glycin die Bildung von Kreatin maßgeblich unterstützt. Darüber hinaus stärkt die Aminosäure alle Funktionen des Nervensystems sowie die Bildung roter Blutkörperchen.

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